In Kooperation mit dem Abendgymnasium Göttingen

Capernaum –  Stadt der Hoffnung

Zain ist gerade einmal zwölf Jahre alt. Vor Gericht klagt er seine Eltern an, weil sie ihn geboren haben. In Rückblenden wird seine Geschichte erzählt: Seine Familie lebt in einem sehr armen Viertel in Beirut, hat kaum Geld und kümmert sich nicht richtig um ihn. Zain darf nicht zur Schule gehen und muss arbeiten. Als seiner kleinen Schwester etwas Ungerechtes passiert, läuft Zain von zu Hause weg und gerät auf der Straße in viele Probleme. In Cannes mit dem Preis der Jury ausgezeichnet, gelingt es der libanesischen Regisseurin Nadine Labaki mit einer auf wahren Begebenheiten basierenden Geschichte, menschlich existentielle Probleme von Straßenkindern in ärmeren Ländern sichtbar werden zu lassen, die sonst viel zu oft übersehen werden.

Im Anschluss wird die Junge Programmgruppe mit Referent:innen über die Situation im Libanon sowie über Kinderrechte im Libanon und in Deutschland sprechen.

Libanon 2018, 126 Min., OmU, FSK 12
Regie: Nadine Labaki Mit: Zain Al Rafeea, Yordanos Shiferaw, Boluwatife Treasure, Bankole, Kawthar Al Haddad

Montag 26.1. um 19.30 Uhr im Kino Lumière

In Kooperation mit dem Literarischen Zentrum Göttingen

Dominik Graf zu Gast – Film und Gespräch

Dominik Graf ist einer der prägendsten deutschen Filmemacher der Gegenwart, mit ebenso viel Engagement fürs Kino wie fürs Fernsehen. Zu seinen bekanntesten und erfolgreichsten Produktionen gehören „Die Katze“ (1998), „Spieler“ (1990), „Die Sieger“ (1994), „Die geliebten Schwestern“ (2014) und zuletzt die großartige Kästner-Verfilmung „Fabian oder der Gang vor die Hunde“ (2021). Anfang Februar ist Dominik Graf zu Gast in Göttingen.
Auf Einladung des Literarischen Zentrums hält er am 4. und 5. Februar in der Alten Mensa der Universität zwei Vorträge zum Thema „Selbstbild und Systemzwang“.
Und am Freitag den 6.2. kommt Dominik Graf dann zu uns in Méliès! Im thematischen Anschluss an die beiden Vorträge zeigt er seinen Film

HOTTE IM PARADIES

aus dem Jahr 2002. Es geht um einen kleinen aufstrebenden Zuhälter in Berlin, der das Auf und Ab in einem Milieu erlebt, in dem
eigene Regeln und Gesetze gelten. Dominik Graf bezeichnet HOTTE IM PARADIES als einen seiner Lieblingsfilme und sagt: „HOTTE ist für mich eine Summe dessen, was ich so insgesamt versucht hatte, Genre, Milieu, Versuch der Authentizität, ein haarklein recherchiertes Buch von Rolf Basedow, die Sprache des Milieus – die den Schauspielern wie eine zweite Haut sitzt. Er ist freizügig und hart, klar. Aber dafür ist aus meiner Sicht das Kino da.“
Nach der Vorführung gibt es die Möglichkeit zum Gespräch über die im Film und in den Vorträgen angesprochen Themen. Das Gespräch wird moderiert von Filmwissenschaftler Prof. Dr. Jörn Glasenapp (Lehrstuhl für Literatur und Medien, Universität Bamberg).

D 2002, 118 Min., FSK 16
Regie: Dominik Graf
Mit: Mišel Matičević, Nadeshda Brennicke, Birge Schade, Stefanie Stappenbeck

Freitag 6.2. um 19 Uhr im Kino Méliès

In Kooperation mit dem Lou Andreas-Salomé-Institut für Psychoanalyse und Psychotherapie Göttingen e.V.

Babai

Visar Morinas Debutfilm BABAI gibt uns Einblick in eine zertrümmerte Vater-Sohn-Beziehung. Der zehnjährige Nori lebt gemeinsam mit seinem Vater Gezim im Kosovo der 90er Jahre. Ihre Lebensumstände sind ärmlich, und der bevorstehende Kosovokrieg liegt bereits in der Luft. Gezim plant zu fliehen und seinen Sohn bei Verwandten zurückzulassen. Wir erleben in BABAI eine europäische Fluchtgeschichte in einer Zeit, die weit vor der sogenannten „Flüchtlingskrise“ von 2015 liegt. Zum Schluss drängt sich die Frage auf, ob es sich um ein Familiendrama oder um eine politische Anklage handelt. Inwieweit ist das Politische persönlich und das Persönliche politisch? Unter psychoanalytischen Gesichtspunkten eröffnet BABAI einen Raum zum Nachdenken über Konflikte, mit denen uns der Regisseur und Drehbuchautor bewusst konfrontiert.

BABAI läuft im Rahmen unserer Reihe Psychoanalyse trifft Film und wird vorgestellt von Simon Gadisa.

Kosovo/D/F 2015, 104 Min.
DF, FSK 12
Regie: Visar Morina
Mit: Val Maloku, Astrit Kabashi, Adriana Matoshi

Dienstag 10.2. um 19 Uhr im Kino Méliès

In Kooperation mit dem Abendgymnasium Göttingen

Der Elefantenmensch

Im viktorianischen London des ausgehenden 19. Jahrhunderts wird der menschliche Körper des durch eine seltene genetische Erkrankung entstellten Joseph Merrick zum Gegenstand der öffentlichen Wahrnehmung. Auf Jahrmärkten herumgereicht und unter dem reißerischen Pseudonym „Der Elefantenmensch“ dem neugierigen Publikum dargeboten, wird er zum Objekt degradiert, das sowohl Begehrlichkeiten als auch Projektionen weckt.
Der vor einem Jahr verstorbene Kult-Regisseur David Lynch schildert in diesem preisgekrönten Frühwerk die Lebensgeschichte einer Person mit körperlichen Einschränkungen als eine bewegende Begegnung mit einem Menschen, dessen Würde sich nicht in einfache Schubladen stecken lässt.
Wir zeigen den Film in der restaurierten 4K-Fassung.

Im Anschluss gibt es die Möglichkeit zum Gespräch über Themen des Films mit Erik Kleinfeldt, Selbsthilfe Körperbehinderter Göttingen e.V., und Christian Loos, Institut für Ethik und Geschichte der Medizin der UMG.

USA 1980, 124 Min., OmU, FSK 12
Regie: David Lynch
Mit: Anthony Hopkins, John Hurt, Anne Bancroft, John Gielgud

Montag 23.2. um 19.30 Uhr im Kino Lumière

In Kooperation mit dem Museum Friedland und der Deutsch-Polnischen Gesellschaft

Die Kraft des Erinnerns

Bis heute sind die Auswirkungen dieses Zweiten Weltkrieges spürbar, sie belasten nachfolgende Generationen und beeinflussen ihren Alltag.
Der Dokumentarfilm „Die Kraft des Erinnerns“ widmet sich den nach dem Krieg geborenen Generationen und den langen Schatten der Vergangenheit. Er veranschaulicht, wie das Erleben und Handeln von Eltern und Großeltern das Leben ihrer Kinder und Enkel prägt – obwohl diese den Krieg selbst nicht erlebt haben. Sechs Protagonist:innen nehmen die Zuschauer:innen mit auf eine emotionale Reise in ihre Familiengeschichte. Die sehr persönlichen Einblicke zeigen, wie die Betroffenen ihren Weg des Erinnerns gestalten und übernommene Verhaltensmuster überwinden. Der Film beleuchtet auch die Weitergabe von Traumata an nachfolgende Generationen und deren Auswirkungen.

Im Anschluss an den Film findet ein Gespräch mit den Filmemacher:innen und einer der Protagonist:innen statt.
Der Eintritt ist frei. Bitte buchen Sie aber einen Platz über unsere Webseite.

D 2025, 105 Min., FSK: k.A.
Regie: Ronald Remus, Sabine Langer, Thomas Knüppel, Anke Heverhagen

Donnerstag 26.2. um 19 Uhr im Kino Méliès