Stummfilmfestival in der St. Johanniskirche
Faust – Eine deutsche Volkssage
Mephisto schließt eine Wette mit einem Erzengel ab: Wenn es ihm gelingt, das Göttliche und Gute aus dem Alchemisten Faust zu vertreiben, bekommt er Macht über das Menschenreich. Als die Pest ausbricht und Faust es nicht schafft, ein Gegenmittel zu entwickeln, bietet ihm Mephisto seine Hilfe an … Künstlerisch und kommerziell erfolgreich, wurde FAUST zu einem Klassiker des deutschen Stummfilms und öffnete Murnau den Weg nach Hollywood. Als Grundlage für seinen letzten in Deutschland gedrehten Film diente die alte Faust-Volkssage und das Manuskript „Das verlorene Paradies“ von Ludwig Berger. Daneben flossen Motive von Goethe und von Christopher Marlowe ein. In der Atelierwelt der Ufa-Studios schufen Murnau und sein künstlerisches Kollektiv eines der wichtigsten tricktechnischen Pionierwerke der zwanziger Jahre. Aufwändige Miniaturbauten, neuartige optische Effekte und bewegliche Kameravorrichtungen gehörten zu den Mitteln ihrer spielerischen Erfindungsfreude. Murnaus FAUST ist voller Visionen von größter Stimmungskraft: die enge kleine altdeutsche Stadt, die apokalyptischen Reiter, die Teufelsbeschwörung am Kreuzweg, der Erzengel Gabriel in seiner lichten Pracht, die Beschwörung und Erscheinung Mephistos, der Flug auf einem fliegenden Teppich, die Verwandlung Fausts vom Greis zum Jüngling und umgekehrt. Ein Film voll Freude am Phantastischen.
D 1926, 107 Min., FSK 6
Regie: F. W. Murnau Mit: Emil Jannings, Gösta Ekman, Camilla Horn, Yvette Guilbert, Wilhelm Dieterle
Eintritt: 18 Euro, ermäßigt 15 Euro
Die Karten gibt es an der Abendkasse und im Vorverkauf an unseren Kinokassen.
Live an der Orgel: Bernd Eberhardt
Donnerstag 12.3. um 19.30 Uhr
Im Kino Lumière
Lose Hosen, Freche Fummel: Gender-Bender-Slapstickkomödien
Selbstbewusste Frauen im Frack? Männer, die im Fummel erst richtig loslegen? Willkommen in der wilden Welt des klassischen Slapstick, wo das Überschreiten von Geschlechtergrenzen oft und gerne praktiziert wurde. Beim 13. Silent Movie Slam treten an: Stan Laurel & Oliver Hardy, Charlie Chaplin und die umwerfende Berlinerin Ossi Oswalda mit Crossdressing vom Feinsten. Die Entscheidung über den besten Film trifft am Schluss wieder das Publikum. Und zu gewinnen gibt es auch was, nämlich drei Slapstick-DVDs zum Weiterlachen zuhause. Es lohnt sich auf jeden Fall, dabei zu sein!
Das sind die Filme:
A WOMAN: Im eleganten Kleid und ohne Schnäuzer entfaltet Charlie ungeahnten Sex-Appeal.
THAT’S MY WIFE: Stan muss Ollis Ehefrau spielen, um den reichen Erbonkel zu täuschen. Das kann nur im Chaos enden.
ICH MÖCHTE KEIN MANN SEIN: Oder vielleicht doch? Die aufmüpfige Ossi probiert aus, ob sie als Mann ganz andere Abenteuer erleben kann.
USA 1912-1928, ca. 100 Min., FSK 0
Freitag 13.3. um 19.30 Uhr im Kino Lumière
Eintritt: 12 Euro, ermäßigt 10 Euro
Live am Klavier: Björn Jentsch
Im Kino Lumière
Robot Dreams
HUND lebt in Manhattan und ist es leid, allein zu sein. Bis er sich ROBO ins Haus bestellt und in dem Roboter einen echten Freund findet. Gemeinsam erkunden sie die Stadt im Rhythmus der 80er Jahre und werden unzertrennlich. Doch nach einem gemeinsamen Badeausflug an den Strand von Coney Island kann ROBO nicht mehr aufstehen und HUND muss ihn zurücklassen. Am nächsten Tag schließen die öffentlichen Strände. Werden sie sich je wiedersehen? Freundschaft braucht keine Worte: ein besonderer Zeichentrickfilm nach der Comicvorlage von Sara Varon. Mit tollem Stil, großem Mut zum stillen Erzählen und dem Herz am rechten Fleck ist er im Besonderen für Kinder und Jugendliche geeignet – ohne dabei ein klassischer Kinderfilm zu sein. Das musikalische Leitmotiv ist ein mustergültiger Gute-Laune-Song von „Earth, Wind & Fire“ und macht nicht nur dadurch diesen liebenswerten Film zu einem echten Mehr-Generationen-Kino-Erlebnis! „ROBOT DREAMS wirkt wie die Abwandlung eines modernen Stummfilms, die tatsächlich funktioniert und uns alle beeindruckt hat. Wir empfehlen den gefühlvollen Animationsfilm ab 6 Jahren, weil er sehr einfach und kindgerecht gestaltet ist und man ihn ohne Worte versteht.“ (jugend-filmjury.de)
SP/F 2023, 101 Min., FSK 0 ohne Dialoge
Regie: Pablo Berger
In unserem Kinderkino im Lumière:
Samstag 14.3. um 15 Uhr
Sonntag 15.3. um 15 Uhr
Stummfilmfestival im Kino Lumière
Der Circus
Charlie wird unschuldig in einen Taschendiebstahl verwickelt und flieht vor der Polizei – direkt in die Manege eines Zirkus. Dort verursacht er das totale Chaos – doch das Publikum tobt vor Begeisterung. Der Vagabund erhält eine Anstellung im Zirkus. Er verliebt sich in die Stieftochter des Zirkusdirektors. Die aber liebt des Seiltänzer Rex. Charlie erleidet die Qualen der Eifersucht. Als der Seiltänzer eines Tages seinen Auftritt versäumt, glaubt er, seine Stunde sei gekommen. Er übernimmt die Nummer und vollführt einen halsbrecherischen Seilakt … THE CIRCUS, Chaplins letzter reiner Stummfilm, ist komisch und traurig zugleich, mit köstlichen Gags und voll tief anrührender Melancholie. Bei Chaplin ist noch das Lustigste zur Hälfte ernst und das Ernsteste zur Hälfte komisch. Der Tramp bleibt Außenseiter und Underdog, sowohl in der bürgerlichen Gesellschaft als auch unter dem Artistenvolk; es gelingt ihm nie, aus seiner Begabung eine Profession zu machen. Doch gleichzeitig brennt Chaplin ein Feuerwerk immer neuer, brillanter Gags ab. Ein absoluter Höhepunkt seines Filmschaffen ist die wilde Verfolgungsjagd durch das Spiegelkabinett des Jahrmarkts: tausende flitzende Charlies, tausende verwirrte Polizisten in einem atemberaubenden Schwarz-Weiß-Wirbel. „Seit Don Quixotes Kampf gegen die Windmühlen hat es Ähnliches nicht gegeben“, schrieb Herbert Jhering in seiner Kritik zur Berliner Premiere des Films im Börsen-Courir.
USA 1928, 70 Min., FSK 6
Regie & Buch: Charles Chaplin Mit: Charles Chaplin, Merna Kennedy, Allan Garcia, Henry Bergman
Samstag 14.3. um 20 Uhr im Kino Lumière
Eintritt: 15 Euro, ermäßigt 12 Euro
Live-Begleitung: Duo Estate
Stummfilmfestival im Deutschen Theater
Berlin – Die Sinfonie der Großstadt
Berlin: eine Stadt erwacht aus dem Schlaf und wird zur Legende, 1927, fünf Jahre vor dem Ende der Weimarer Republik. Ein Kaleidoskop von Eindrücken, die ein lebendiges Bild der Viermillionen-Metropole vermitteln: von der ersten Morgendämmerung, wenn die ersten Pendlerzüge einlaufen bis in die späte Nacht, wenn sich die Lichtreklamen der Kinos und Tanzpaläste auf dem regennassen Asphalt spiegeln. Hektik und Beschaulichkeit, Armut und Reichtum, Angestellte, Flaneure, und immer wieder Busse, Straßenbahnen, Lastwagen, U-Bahnen, Züge, Autos, Fahrräder, Fußgängerströme als Pulsgeber des groß-städtischen Rhythmus: BERLIN – DIE SINFONIE DER GROSSSTADT ist eine faszinierende Zeitreise in das Berlin vor 100 Jahren und ein Pionierwerk des dokumentarischen Films. Walter Ruttmann konstruierte den Film um sorgfältig arrangierte Bewegungsabläufe nach einer sinfonischen Form, deren Rhythmus hypnotisiert, dem Zuschauer ein Geschwindigkeitserlebnis vermittelt und die einen neuen Sinn erzeugt, der über die Gegenständlichkeit der Filmaufnahmen hinausgeht. „Dieser Film! Er ist keine liebliche, keine heroische Sinfonie, verschönt oder verschlimmert durch keine Spielhandlung. Die Diva des Films ist Berlin, die Handlung heißt Berlin, das Happy-End ist kein Happy-End und auch kein tragischer Abschluss. Ein ‚rasender Reporter‘ hat dieses Berlin photographiert, kalt und doch von seinem Stoff hingerissen, hundeschnäuzig und doch voll Herz.“ (Gong: Film der Zukunft, Deutsche Republik, 7.10.1927)
D 1927, 70 Min., FSK 0
Regie: Walter Ruttmann
Sonntag 15.3. um 20 Uhr im DT
Eintritt: 20 Euro, ermäßigt 15 Euro
Live-Begleitung: Alp
Vorverkauf und Karten nur im Deutschen Theater!







