Ab Januar gibt es einmal im Monat ein neues Format: ABSPANN.

Das Filmgespräch: RÜCKKEHR NACH ITHAKA

Kennt ihr das? Der Film ist fertig – und man ist voller Gedanken und hat Redebedarf. Genau dafür ist unser neues Format gedacht: Mit Filmen denken und die Welt neu sehen. Für alle, die nach dem Film gern ins Gespräch kommen möchten. Philosophisch, kritisch, alltagsnah. Moderiert von dem Philosophen und Kulturwissenschaftler Manuel Scheidegger. Die Veranstaltung ist niedrigschwellig und spontan. Wer mag, bleibt einfach sitzen oder holt sich kurz ein Getränk. Zu Beginn werden Fragen und Gedanken gesammelt und/oder der Moderator schlägt ein Thema vor. Dann wird in Gruppen oder im Plenum diskutiert. Mit offenem Ausgang, aber pünktlichem Schluss: spätestens eine Stunde nach Filmende. Der gebürtige Schweizer Manuel Scheidegger studierte Philosophie und Szenische Künste in Basel, Hildesheim und Berlin. Er arbeitet in Essays (u.a. Zeit Online, Merkur, Reclam), Social Media und mit seinem Projekt Argumented Reality zu aktuellen Themen wie KI, der Veränderung der Arbeitswelt oder nachhaltigem Leben. Mehr Infos: argumentedreality.de und bei Instagram (manuel_scheidegger).

Freitag 9.1. im Anschluss an RÜCKKEHR NACH ITHAKA im Kino Méliès

 

In Kooperation mit dem Göttinger Knabenchor

Formen moderner Erschöpfung

Ein geheimnisvolles Sanatorium irgendwo im Harz. Seit über hundert Jahren kommen Menschen an diesen Ort, die auf Heilung hoffen. So auch Nina und Henri, beide in der Lebensmitte, ausgebrannt und aus verschiedenen Milieus. Zwischen Speisesaal, Liegekur und Therapie kreuzen sich ihre Wege, in einer Zeit des Ringens um den eigenen Seelenfrieden. Das Haus schneit ein und alles wird langsam und leise. Die Geister und Geschichten aus den langen Korridoren werden zum Begleiter ihrer Tage. Während die zwei sich die Leviten lesen und ihre Einsamkeit vergessen wollen, gräbt eine Historikerin im Hausarchiv nach Dokumenten aus der Frühzeit der Kuranstalt. Das Sanatorium als Knotenpunkt moderner Erschöpfungsgeschichte…

Drehort war die Klinik Dr. Barner in Braunlage. Ein junger Sänger aus dem Göttinger Knabenchor hat im Film einen besonderen Auftritt. Zur Einführung berichten Vertreter des Knabenchors, wie es zur Mitwirkung am Film kam.

D 2025, 118 Min., FSK 12
Regie: Sascha Hilpert Mit: Birgit Unterweger, Rafael Stachowiak, Wolf List, Sarah Bernhardt

Dienstag 13.1. um 19.30 Uhr im Kino Mèliès

In Kooperation mit dem Institut für Kulturanthropologie

Filmschau Visuelle Anthropologie

Im Curriculum Visuelle Anthropologie (CVA) des Göttinger Instituts für Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie erproben Master-Studierende die Methoden ethnografischer Filmarbeit. Im CVA-Jahrgang 2023/25 sind vier Filme zum Thema „Aus zweiter Hand – Found Footage im ethnografischen Film“ entstanden. „Einen Schritt weiter“ erzählt die Geschichte der Rechtsanwältin und Kommunalpolitikerin Angelika Lex und taucht mithilfe von Archivaufnahmen in die sozialen Kämpfe in München der späten 80er Jahren ein. „Caution Colonialism“ begleitet die OvaHerero-Aktivistin Ningiree Kauvee auf ihrer kolonialen Spurensuche in Göttingen. In „A Baloch Filmmaker Abroad“ erzählt Haneef Shareef im Angesicht seiner eigenen filmischen Arbeiten, wie er versucht, das Medium Film als Mittel des politischen Kampfes für sein Herkunftsland Belutschistan zu nutzen. In „Waldgestalten – ein Generationenprojekt“ macht Förster Olaf Oldenburg deutlich, dass die Gestaltung von Wald zwischen vergangenen Entscheidungen und aktuellen Herausforderungen als Generationenprojekt zu begreifen ist.

Die Filmemacher:innen sind für Diskussionen zu ihren Filmen anwesend.

Göttingen 2025, 175 Min., FSK: k.A. (inkl. Diskussion und Pause)

Donnerstag 15.1. um 19 Uhr im Kino Lumière

In Kooperation mit der BUND Kreisgruppe Göttingen

Das Kombinat

Im Dokumentarfilm DAS KOMBINAT nehmen uns die Filmemacher mit auf eine Reise, die solidarischen Landwirtschaft „Kartoffelkombinat“ in München über mehrere Jahre in ihrer Entwicklung begleitet. Von den ersten idealistischen Plänen über den Aufbau einer Genossenschaft bis hin zu den Herausforderungen eines wachsenden Betriebs erleben die Zuschauenden Höhen und Tiefen der Protagonst:innen mit. Dabei zeigt sich, wie gemeinschaftlich organisierte Landwirtschaft funktionieren kann, wo sie an Grenzen stößt und welche sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Fragen sich auf dem Weg zu einem nachhaltigen Ernährungssystem stellen. Die Vorführung findet in Kooperation mit der BUND Kreisgruppe Göttingen statt, die vor und nach dem Film an ihrem Infotisch Material anbietet und zum Austausch einlädt. Anlass für den Themenabend ist die Wir-haben-es-satt-Demo, die alljährlich in Berlin stattfindet und für eine zukunftsfähige, gerechte Landwirtschaft steht.

D 2023, 90 Min., FSK 0
Regie: Moritz Springer

Montag 19.1. um 20 Uhr im Kino Méliès

In Kooperation mit dem Bildungswerk ver.di und Amnesty International Stadtgruppe Göttingen

Die Möllner Briefe

Der preisgekrönte Dokumentarfilm DIE MÖLLNER BRIEFE erinnert an die rassistischen Brandanschläge von Mölln 1992, bei denen drei Menschen ermordet wurden. Im Mittelpunkt steht der Überlebende İbrahim Arslan, der als Kind seine Schwester, seinen Cousin und seine Großmutter verlor. Hunderte von Solidaritätsbriefen wurden damals an die Stadt Mölln geschickt, diese wurden jedoch nie an die Opfer weitergeleitet, sondern lagen unbeachtet im Stadtarchiv. Der Film folgt Ibrahim Arslan bei der Entdeckung dieser Briefe. İbrahim hat einen Umgang mit den Geschehnissen gefunden, indem er aktiv gegen Rassismus kämpft und sich für eine Erinnerungskultur einsetzt, die die Opfer ins Zentrum stellt. Der Film beleuchtet nicht nur die Erfahrungen der Überlebenden, er deckt auch die große Solidarität auf, die es damals gab – eine Solidarität, von der die Opfer bis zu diesem Zeitpunkt nichts wussten.

Im Anschluss findet ein Filmgespräch statt, für das ein Filmbeteiligter angefragt ist. Der Eintritt ist frei. Bitte buchen Sie aber einen Platz über unsere Webseite.

D 2025, 96 Min., FSK 12 Regie: Martina Priessner

Donnerstag 22.1. um 20 Uhr Kino Lumière

In Kooperation mit dem Abendgymnasium Göttingen

Capernaum –  Stadt der Hoffnung

Zain ist gerade einmal zwölf Jahre alt. Vor Gericht klagt er seine Eltern an, weil sie ihn geboren haben. In Rückblenden wird seine Geschichte erzählt: Seine Familie lebt in einem sehr armen Viertel in Beirut, hat kaum Geld und kümmert sich nicht richtig um ihn. Zain darf nicht zur Schule gehen und muss arbeiten. Als seiner kleinen Schwester etwas Ungerechtes passiert, läuft Zain von zu Hause weg und gerät auf der Straße in viele Probleme. In Cannes mit dem Preis der Jury ausgezeichnet, gelingt es der libanesischen Regisseurin Nadine Labaki mit einer auf wahren Begebenheiten basierenden Geschichte, menschlich existentielle Probleme von Straßenkindern in ärmeren Ländern sichtbar werden zu lassen, die sonst viel zu oft übersehen werden.

Im Anschluss wird die Junge Programmgruppe mit Referent:innen über die Situation im Libanon sowie über Kinderrechte im Libanon und in Deutschland sprechen.

Libanon 2018, 126 Min., OmU, FSK 12
Regie: Nadine Labaki Mit: Zain Al Rafeea, Yordanos Shiferaw, Boluwatife Treasure, Bankole, Kawthar Al Haddad

Montag 26.1. um 19.30 Uhr im Kino Lumière