Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke
Nach dem gleichnamigen autobiographischen Bestsellerroman von Joachim Meyerhoff: Mit zwanzig wird Joachim unerwartet auf der renommierten Schauspielschule in München angenommen und zieht in die großbürgerliche Villa seiner Großeltern. Die Tage der ehemaligen Schauspielerin und des emeritierten Professors für Philosophie sind durch abenteuerliche Rituale strukturiert, bei denen Alkohol eine nicht unwesentliche Rolle spielt. Dem Erzähler entgeht nicht, dass auch sie gegen eine große Leere ankämpfen, während er auf der Bühne sein Innerstes nach außen kehren soll und dabei fast immer grandios versagt. Verzweifelt versucht Joachim seinen Platz in der Welt zu finden – ohne zu wissen, welche Rolle er darin eigentlich spielt. Bei einer Wanderung zitiert Großvater Hermann aus Goethes „Die Leiden des jungen Werthers“: „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke, die ich hier in meinem Busen fühle!“ Es geht um die große Sehnsucht, um den Schmerz, den alle Menschen in der Brust tragen, „die Lücke zwischen uns und all dem, was wir wollen“. Rasend komisch und zugleich sehr bewegend erzählt Regisseur und Autor Simon Verhoeven davon, wie schwierig es ist, sich seinen großen Gefühlen zu stellen. Unterstützt wird er dabei von einem grandiosen Ensemble, allen voran Senta Berger und Michael Wittenborn als exzentrisches Großelternpaar.
„Ich habe ganz viele verschiedene persönliche Beziehungen im Spiel, warum dieser Film so besonders ist für mich. Natürlich in erster Linie, weil ich den Roman liebe. Das Wunderbare an der Geschichte ist, dass sie das Leben in all seinen Facetten einfängt, so komisch und so tragisch und so ernst und so albern und so süß und so bitter – wie es eben ist. Ich habe immer davon geträumt, dass ich den Roman irgendwann einmal verfilmen darf.“ (Simon Verhoeven)
D 2025, 137 Min., FSK 6
Regie: Simon Verhoeven
Buch: Simon Verhoeven, nach dem gleichnamigen Roman von Joachim Meyerhoff
Mit: Bruno Alexander, Senta Berger, Michael Wittenborn, Laura Tonke, Devid Striesow, Tom Schilling, Friedrich von Thun, Karoline Herfurth
Samstag 11.4. um 15 Uhr (Filmvorführung bei gedimmten Licht)